Mein Weg zu den Bienen
Meinen Weg zu den Bienen fand ich 2012 im LVR-Museum in Kommern. Dort stand ein Bienenhaus, das mich sofort fasziniert hat. Ich musste einfach ganz dicht ran gehen und stellte fest, dass diese gewaltige Menge an Tieren gar nicht das Interesse hatte, mich anzugreifen. Wie viele andere dachte ich, dass Bienen immer stechen.
Schnell kam die Überlegung auf, dass mir die Bienen dabei helfen könnten, die Ernteergebnisse in meinem Garten mit ihrer Bestäubungsleistung zu optimieren. Dass ich dabei auch Honig erhalten würde, der mich vor neue Probleme stellte, war mir gar nicht klar. So führte mich mein Weg zum Imkerverein Köln, der regelmäßig in Finkens Garten e.V. zu finden ist – einem Erlebnisgarten in Köln, wo man Honig kaufen und sich mit Imkern austauschen kann.
Angekommen habe ich mich, schüchtern wie ich bin, in ein Gespräch eines weiteren Interessenten eingeklinkt. Dabei habe ich Tipps bekommen, wie ich zu einem Volk komme, was ich zu lernen habe und welche Pflichten auf mich zukommen. Der wertvollste Tipp aber war, dass es einen Imkermeister am Niederrhein gibt (www.bienenland.de), der Imkerkurse veranstaltet und auch Anfängersets verkauft.
Nun war ich total infiziert – zusätzlich kam der Film „More than Honey" in die Kinos und gab mir den letzten Anstoß, die Sache anzugehen. Wie es sich gehört, stellte ich zunächst einen Antrag auf Aufstellung eines Bienenstocks in meinem Schrebergarten bei der Kirche. Ein paar Wochen später stimmte der Kirchenrat ab und erlaubte mir die Bienenhaltung.
Als ersten Schritt nach der Genehmigung besuchte ich den Grundlagenkurs „Die Biologie der Honigbiene". Dieser wurde von Herrn van den Bongard mit den Worten eröffnet:
Ich lächelte damals, da ich ja nur einen Bienenstock mein Eigen nennen wollte. Mittlerweile arbeite ich mit mehreren Völkern, unterstütze die Buckfastgemeinschaft NRW bei der Zucht und besuche regelmäßig Workshops und Vorträge zum Thema Honigbiene. Ohne zu wissen, wie es passiert ist, kann ich heute bestätigen: Ich bin infiziert. Es ist die schönste Freizeitbeschäftigung – neben den Menschen, die ich liebe und die mir wichtig sind.
Im ersten Jahr kam leider nicht viel dabei heraus, da ich die Hauptblütezeit verpasst hatte. Bis dahin war mir nicht klar, wann was blüht. Ich hatte Blüten und die Zeitpunkte ihres Daseins eher hingenommen als wirklich wahrgenommen.
Nach dem ersten Winter voller Angst und Sorge um das Bienenvolk – in Wahrheit waren es schon zwei – begann das Frühjahr mit zwei gesunden Völkern. In diesem Jahr war es ein wahrer Augenschmaus, was sich alles durch die Arbeit der Bienen getan hat. Bäume, die seit meinem ersten Spatenstich einige Jahre zuvor keinen nennenswerten Ertrag vorwiesen, hingen voll mit schönsten Früchten. Überall blühten die Pflanzen in einer Pracht, wie sie meist nur in Katalogen zu sehen ist.
Seit diesem Zeitpunkt habe ich mehr Verständnis für die Arbeit der Bienen und ihr Zusammenspiel mit der Natur. Ab einem gewissen Punkt fängt man an, Pflanzen in seiner Umgebung als Trachtpflanzen zu betrachten – man beobachtet, wie die Bienen genau zu diesen hinfliegen, welche Pflanzen interessante Pollen besitzen und zur Honiggewinnung wichtig sind, welche Arten heimisch und welche gefährlich für unser Ökosystem sind.
Mittlerweile ist das tägliche Gespräch über Bienen, das Lesen und Diskutieren im Internet darüber, für mich das Normalste der Welt. Eventuell haben Sie ja auch Lust, mehr über dieses wunderbare Insekt zu erfahren? Dann freue ich mich, wenn wir uns einmal kennenlernen. Vielleicht möchten Sie bald eigene Bienen haben – oder stellen uns einen Platz für die Bienen zur Verfügung.